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Alles nur Zufall?

Ich glaube schon seit langem nicht mehr an Zufälle, nur noch an an Kausalität.

An Ursache und Wirkung. Das alles irgendwie miteinander zusammenhäng.

Egal wie manche Leute diese Vorkommnisse nennen, Zufall, Schicksal oder Karma, am Ende meint man jedoch immer dasselbe.

 

Wer daran zweifelt, ändert seine Meinung möglicherweise nach folgender Geschichte:

Anfang Januar suchte ich in Ebay Kleinanzeigen nach jemandem, der einen Stall sucht, da bei uns zwischen Februar und März ein Platz frei werden würde. Der Stallplatz war noch nicht ausgeschrieben, aber ich hatte Zeit und wenn sich jemand passendes finden würde, könnte man sich die Arbeit mit der Ausschreibung sparen. Aber ich wurde nicht wirklich fündig. Beim durchscrollen stieß ich allerdings zufällig auf eine Anzeige, die seit heute online war, mit dem Titel „Bedingt reitbarer Beisteller in Offenstall abzugeben“.

 

Auf dem Bild war ein recht hübscher Schecke zu sehen. Neugierig öffnete ich die Anzeige. Das Pferd war nicht nur erstaunlich groß (1,80 m), sondern hatte auch noch eine seltsame Krankheit, von der ich bis dato noch nie etwas gehört hatte: Kryptopyrrolurie, kurz KPU.

 

Ich recherchierte ein bisschen über KPU. Es handelt sich dabei angeblich um eine Stoffwechselstörung.

 

Am Tag darauf sprach ich mit einer Stallkollegin über die riesige Scheckenstute. Auch meiner Mutter erzählte ich von ihr, bzw. mehr von der KPU als von dem Pferd. Sie wollte wissen, ob man das behandeln konnte und wenn ja, wie. Danach war das Thema erledigt, keiner verschwendete auch nur noch einen Gedanken an das große, kranke Pferd.

 

Vier Wochen später saß ich wieder vor Ebay Kleinanzeigen und schaute erneut, ob jemand einen Stall sucht. Mittlerweile war der Stallplatz seit einer knappen Woche ausgeschrieben, aber bis jetzt war unter den Interessenten einfach nicht so wirklich jemand dabei, von dem wir das Gefühl hatten, dass er bei uns gut reinpassen würde. Normalerweise ging das sonst immer sehr schnell. Bei der Suche fiel mir zufällig wieder die Scheckenstute ein und ich sah nach, ob die Anzeige noch online war.

Sie war noch da ...

Nochmal zwei Tage später, sprach ich abermals mit meiner Mutter über das Pferd. Ich erzählte ihr, dass ich es als äußerst problematisch sah, für dieses Pferd einen Platz zu finden. Zum einen, da es krank war, die Besitzerin es nur in pferdeerfahrene Hände abgab und man in einem Offenstall, im Normalfall, keinen Beisteller brauchte. Ich muss bei meiner Mutter den „Mitleidsnerv“ getroffen haben, denn sie meinte plötzlich, was dagegen sprach, wenn wir uns noch ein Pferd kaufen würden. Sie sagte, würde sie nicht jetzt wieder aktiv mit dem Reiten anfangen, würde sie es gar nicht mehr tun. Sie hatte zwar eine Zeitlang versucht, Els zu reiten, aber das war nicht so ihr Ding. Vom Boden kamen die zwei gut miteinander aus, aber beim Reiten passte es einfach nicht wirklich zusammen. Und auf Fin würde sie nicht mal dann draufsitzen, wenn ich ihr Geld dafür geben würde. Stutenfan. Und da bei uns im Stall gerade zufällig ohnehin ein Platz frei war …

 

Kurzerhand schrieb sie die Besitzerin an und erklärte ganz kurz angebunden, dass sie die Stute gern kaufen würde. Sie würde auch alle gewünschten Voraussetzungen erfüllen. Ein Telefonat später, hatte sie auch schon einen Termin zum Pferd anschauen ausgemacht. Meine Mutter und ich sahen uns an und dachten beide genau das gleiche: Was haben wir gerade getan?

 

Wir hielten das beide für eine völlig bescheuerte und wahnsinnige Idee. Den Rest der Woche hatten wir nach irgendjemandem gesucht, der uns das ausredete und uns sagte, dass wir verrückt seien. Aber das Irrwitzige an der ganzen Sache war, dass genau das Gegenteil der Fall war! Wo wir sagten, wir haben sie doch nicht mehr alle, sagten alle anderen, dass sie die Idee super fänden.

Wir verstanden die Welt nicht mehr.

Selbst mein Vater fand die Idee gut und fuhr sogar mit, die Scheckenstute anschauen.

 

Und dann standen wir vor Amy. Wir mussten uns beide zusammenreißen, nicht in lautes Lachen auszubrechen, als wir ihren Namen erfuhren. Der Name Amy war bei uns durch das Buch von meiner Allgäuer Alchimistin ein Insider und dass dieses Pferd ausgerechnet Amy hieß … passt einfach zu gut!

 

Wir unterhielten uns lange mit Amys Besitzerin und als sie uns erzählte, dass Amys Vater ein Trakehner ist, hatte sie meine Mutter voll in der Tasche. Trakehner sind ihre große Liebe und in dem Moment war mir klar, dass sie dieses Pferd unter Garantie kaufen würde. Selbst dann noch, wenn es auf drei Beinen stehen würde.

 

Um dem Ganzen schlussendlich noch die Krone aufzusetzen, erklärte uns Amys Besitzerin, als wir ihr mitteilten, dass wir Amy nehmen würden, dass sie darauf verzichten würde, vorher unseren Stall anzuschauen, so wie ursprünglich ausgemacht. Sie würde ihn sehen, wenn sie uns Amy brachte.

Wir waren verwundert, war ihr doch so wichtig, dass Amy auch ganz sicher an einen guten Platz kam. Sie erzählte uns daraufhin, dass sie vor zwei Tagen zufällig mit einer Freundin gesprochen hätte, die unseren Stall kannte und ihr nur Gutes berichtet hatte. Außerdem meinte ihre Freundin, sie würde keinen besseren Platz für ihr Pferd finden. Wir waren sprachlos!

Wir kamen dann auch darauf, um wen es sich handelte: Ein guter Freund von uns hatte einmal einer Bekannten von der Arbeit, unseren Stall gezeigt. Die Bekannte war ebenfalls Pferdebesitzerin, deshalb die "Führung". Wir hätten Amy nicht so ohne weiteres bekommen, wenn sie nicht so ein gutes Wort für uns eingelegt hätte.

 

Was für ein glücklicher Zufall

 

Und des Zufalls nicht genug: Seit wir Pferde haben, haben wir noch nie so schnell ein Pferd in die Gruppe eingewöhnt wie Amy! Wir standen alle fassungslos am Koppelzaun. Es war, als würde sie schon immer dazugehören. Sie stand wie ganz selbstverständlich inmitten der Andern.

Und so, wurde das EFA Team geboren.

Ohne Amy gäbe es das heute kein EFA Team und somit auch kein "EFA Naturheilkunde".

 

Aber das war ja alles nur Zufall.

Oder?

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